Mittwoch, 15. September 2010

Kein Slumdog Millionaire zu finden

Von Daman geht unsere Zugreise nach Mumbai, in die 15 Millionenstadt mit riesigen Slums. Den "Slumdog Millionaire" konnten wir jedoch nicht finden. Im Gegenteil - das Leben dieses Buben wird sich auch in Zukunft kaum ändern - Leben im Slum.










In Mumbai leben mindestens 1 Mill. Menschen in Slums, wobei sie verschiedenen Gelegenheitsarbeiten nachgehen, sich einfach versorgen und die Kinder einfach spielen.












Doch häufig werden Kinder auf Betteltour geschickt. Manchmal betteln sie mit kleinen Tätigkeiten, zum Beispiel wischen sie im Zug plötzlich unter dir den Boden zusammen, aber meistens fragen sie einfach um Geld für Essen.



Die Behausungen mit wenigen Quadratmetern für die ganze Familie sind aus Holzresten, Wellblech, Planen, Bauschutt, manchmal aber auch aus richtigen Ziegeln errichtet.




In Mumbai haben diese Behausungen oft auch elektrischen Strom und sauberes Trinkwasser - dafür sorgt die Stadt.





Häufig liegen Slums entlang der Eisenbahn, in Mumbai sogar zwischen 2 Linien.






Die Slumbewohner trifft der Monsunregen mit seinen regelmäßigen Überschwemmungen besonders hart.







Besser haben es da schon die Angestellten dieses Restaurants. Sie können auf der trockenen Veranda schlafen, aber menschenwürdig erscheint uns dies auch nicht zu sein. Trotz der formalen Aufhebung des Kastenwesens sind die sozialen Unterschiede noch enorm.

Incredible India







Sonntag, 12. September 2010

Monsoon wedding anniversary

Es regnet in Strömen, als wir in Daman mit Zug und Taxi ankommen. Dabei haben wir uns diesen Küstenort ausgesucht um unseren 27. Hochzeitstag und Gabis Geburtstag zu feiern.
Also ein Jubiläum wie im preisgekrönten indischen Hochzeitsfilm.
Doch wie auf Bestellung geht der Monsunregen zu Ende und wir genießen 3 Tage in der ehemaligen portugiesischen Kolonie unweit von Mumbai. 1531-1961 herrschten die Portugiesen in diesem Fort.


Handelsschiffe, welche jahrhundertelang in ausbeuterischer Weise Gewürze, Seide und Tee nach Europa brachten, gibt es keine mehr. Doch die Fischerboote der Einheimischen bringen heute neben dem Tourismus der Bevölkerung ein bescheidenes Einkommen.


Jedoch ist die Fischausbeute sehr gering, die Damaner bleiben tagelang auf See und kommen dabei bis zu den pakistanischen Küstengewässern.



Auch wir tauchen unsere Füße das 1.Mal in den Indischen Ozean.





Bei Ebbe marschieren wir über den Schlick, springen über Priele und suchen Muscheln und Schnecken.





Doch binnen kurzem kommt die Flut mit ihren braunen Wellen heran und wir ziehen es vor auf einer schattigen Hotelterrasse den Portwein zu kosten.






Der Küstenstreifen wird von Kokospalmen gesäumt. Die frische Kokosmilch schmeckt wunderbar.







Steinbrücken ermöglichen die Querung der Küstenbäche.







Abends suchen wir uns das schönste Restaurant von Daman, um Brunos Einladung zum Geburtstagsessen zu genießen. Da es in Indien weitaus billiger ist reicht das Geld auch noch für das ausgezeichnete "Wedding
Anniversary Dinner".







Am Sonntag findet in der ganzen Stadt ein hinduistisches Fest zu Ehren des Gottes Ganesh statt. Statuen werden auf Wägen durch die Stadt geführt.







Andere Wägen führen Trommler mit sich, verstreuen rosa Pulver, während zahlreiche junge Menschen ausgelassen dazu tanzen. Ohrenbetäubender Lärm von Knallkörpern fehlt dabei auch nicht.







Da fällt uns ein, dass bei euch zu Hause jetzt die Schule beginnt. Und wir hoffen, dass die Schüler in Saalfelden ebenso freudig die Lehrer begrüßen. Wir wünschen euch allen jedenfalls einen guten Start im neuen Schul- oder Arbeitsjahr.





































Samstag, 11. September 2010

Sightseeing pur im Land der Maharajas und Mogulen

Von Rishikesh führt unsere Reise einige 100 km per Bahn nach Süden in die Bundesstaaten Uttar Pradesh und Rajastan. Hier liegen bauliche Sehenswürdigkeiten von Weltrang, einige davon wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.


Allen voran das Taj Mahal in Agra. Es wurde im 17.Jhdt. von Mogul Sha Jahan für seine Frau Mumtaz Mahal, die bei der Geburt ihres 14. Kindes verstarb, als Grabstätte errichtet.


Ebenfalls in Agra befindet sich das Baby Taj. Es ist lieblicher, zierlicher, weniger von Touristen frequentiert und kostet auch keine 750 Rupien Eintritt wie seine große Schwester.



Trotzdem sind auch hier wunderschöne Einlegearbeiten zu bewundern.














Auch das Agra Fort wurde zum Weltkulturerbe erklärt. Wie überall wimmelt es nur so von Touristen und Souvenirverkäufern.





Jaipur heißt unsere

2. Besichtigungsstadt. Weißer Marmor und roter Sandstein sind die Hauptmaterialien der Paläste, Forts, Grabmäler und auch feudaler Hindutempel, wie hier des Birla Mandir.






Die Besonderheiten der indischen Baukunst der Mogulenzeit (1600-1750) liegen oftmals im Detail.







Auch die Maharajas des 16.Jhdts bauten mit Sandsteinen Forts uns statteten diese im Inneren aufwändig mit Marmorpalästen aus, wie hier das Amberfort in Jaipur.








Kunstvoll verziert ist jeweils der Diwan, die Aufenthaltshalle des feudalen Herrschers einer Stadt.









Was unser Diwan zu Hause mit diesem Diwan im Citypalast von Jaipur zu tun haben soll, bleibt unergründbar. Doch jedenfalls dient hier der Diwan-i-Aan für Audienzen, und der Diwan-i-Khas für private Zwecke. Den Maharaja von Jaipur gibt es heute noch.





In Rajastan entdecken wir aber auch praktische Bauten, wie diesen 27 m hohen Samrat Yantra im Observatorium von Jaipur, mit dessen Schatten die Uhrzeit auf 2 sek genau gemessen werden kann.







Der Palast der Winde von Jaipur hat 365 Zimmer und ebenso viele Fenster. Die Frauen der Maharajas durften daraus seinerzeit versteckt die kirchlichen und weltlichen Prozessionen beobachten.







Auch unser erstmals nobles Hotel in Jaipur hat einen Diwan-i-Aam für Gabis Audienzen.














Selbst unser Zimmer hat einen Diwan-i-Khas für private Zwecke.













Donnerstag, 2. September 2010

Der Fluss aller Flüsse

Dort wo der Ganges aus den Bergen heraustritt, liegt die Pilgerstadt der Hindus: Rishikesh















Den Ganges verehren die Hindi in höchstem Masse. Sie nehmen darin ein Bad, um sich innerlich rein zu waschen, streuen Blumen hinein und lassen Lichter stromabwärts schwimmen um die Verstorbenen grüßen zu lassen.

Rishikeshs Ortsbild ist geprägt von Ashrams, Tempel, Yogaschulen, Hotels und Souvenirläden.
















Die Hindus verwehren einen Gott, jedoch in 3 Erscheinungen, als Brahma- der Erschaffer, Vishnu- der Erhalter und Shiva-der Zerstörer. Ebenso gibt es dazu weibliche Entsprechungen und Gottheiten, die für bestimmte Eigenschaften Gottes stehen.

Außerdem glauben sie an das Rad der Widergeburt bis sich das Wesen von allem Karma befreit hat und in die Göttlichkeit eingeht.

In Ashrams lehren "weise" Männer, wie man sich in Selbstdisziplin, Wahrheit und Reinheit üben kann.
Besucher und Schüler können dort wohnen.
















Es gibt aber auch viele Bettler, die von den Almosen der Pilger leben.



















Die Kuh wird als nährende Mutter betrachtet, die die ganze Bevölkerung mit Milch versorgt. So wird diese geachtet und nirgends verjagt und führt ein geruhsames Leben in den Straßen.













Es wird Abend und einige Monsunwolken künden schon den nächtlichen Regen an.
Um dreiviertel 6 hatten wir schon unsere Yogastunde und jetzt sind wir ziemlich müde.












Nach einem meditativen Ausklang am Fluss freu ich mich schon auf die morgige Ayurvedamassage.

Mittwoch, 1. September 2010

Amritsar und der Goldene Tempel

Wir lassen den Himalaya hinter uns und tauchen ein in die Religion der Sikhs.
Die erst im 15. Jhdt. gegründete Religion versuchte dem Kastenwesen der Hindis entgegenzuwirken und positive Aspekte von Hinduismus und Islam aufzugreifen.
Dieser Eingottglaube begreift alle Menschen als gleichwertig, egal welcher Religion, Rasse oder Kaste.
Die 5 Symbole der Sikhs sind: Die Haare werden nie geschnitten und unter einem farbigem Turban versteckt
ein Holzkamm, der immer im Haar steckt
Metallreif am Arm
Schwert am Gürtel
lange Unterhosen

Bevor man die riesige Tempelanlage betritt, müssen auch wir die Schuhe abgeben, Hände und Füße waschen und unsere Haare bedecken. Dann betreten wir den stimmungsvollen Arkadengang.

Wir sind ueberwältigt von der Größe, der Architektur, den Farben und der Stimmung dieser heiligen Anlage.
Inmitten eines rechteckigen Wasserbassins steht auf einer Insel der goldene Tempel, zu dem eine Brücke hinüber führt.
Das Bassin ist von einer breiten Marmorfläche umgeben, auf welcher die Gläubigen mit ihren farbenfrohen Gewändern und bunten Turbanen im Uhrzeigersinn wandeln und beten.
Manche nehmen ein Bad im heiligen Wasser.












Rund um den gesamten Wandelgang erheben sich weiße Marmorgebäude.



Rhythmische Sprechgesänge aus den Lautsprechern untermalen die Handlungen der Gläubigen.







Die Brücke zum goldenen Tempel kann dem dauerhaften Ansturm der Gläubigen standhalten. Auch wir warten gerne unter den Baldachinen der Brücke, nachdem wir uns mit Grießbrei versorgt haben. "Eine Hälfte für Gott und eine für dich", meinte der Sikh bei der Ausgabe.







Unter diesen Kuppeln des goldenen Tempels befindet sich der heilige Schrein, bei welchem die Sikhpriester ihre Gesänge in das Mikrofon sprechen.
Die spirituelle Stimmung ist auch für uns spürbar.









Der Tempel ist rund um die Uhr geöffnet, eine besonders anmutende Atmosphäre herrscht bei Sonnenuntergang.