Sonntag, 8. Mai 2011

Über eine hohe Kultur, einen höheren Berg und den höchsten See

Die hohe Kultur ist jene der Tiwanakus, welche von 1500 vor- bis 1200 nach Christi ein Großreich mit rund 600 000 Quadratkilometer beherrschten. Symbol für diese Kultur ist das Sonnentor.




Wir besuchen den ausgegrabenen Tempelbezirk Tiwanaku, welcher zwischen La Paz und dem Titicacasee liegt. Der abgebildete Kopf stammt vom Tempel Semisubterraneo, der in den Boden versenkt, 175 solcher Reliefs enthält.


Von dieser indigene Hochkultur sind neben Tempeln und zahlreichen Gegenständen aus Stein, Keramik und Bronze viele hohe Stelen ausgegraben worden.




Das größte Bauwerk ist die Pyramide Akapana, ein rund 200x200m stufenförmiger Bau, der einst 7 Plattformen hatte.




Wir befinden uns im Altiplano, der Großlandschaft zwischen Cordillera Real und Cordillera Blanca, einer Hochebene in 4000m Seehöhe.





Die Menschen hier leben von extensiver Weidewirtschaft und Ackerbau. Der Esel dient als Lasttier und für die Fahrt in die Stadt warten hier Indios auf den Bus.





Der höhere Berg ist der Chacaltaya mit 5421m Seehöhe, in der Cordillera Real unweit von La Paz gelegen. Zu fünft besteigen wir ihn mit einer organisierten Tour.





Die Relationen sind anders als in den Alpen, denn es ist möglich bis auf eine Seehöhe von 5300m mit einem Minivan zu fahren. Unglaublich reich ist die Vielfalt an Mineralien, sodass sich rote, blaue und grüne Seen gebildet haben.



Vom Refugio des Club Andino, das jedoch einmal dem OEAV gehört hatte, steigen wir den Kamm auf die beiden Gipfel des Chacaltaya hinauf.





Es ist bitterkalt und die Luft sehr dünn. Alle 10 Schritte braucht man eine Verschnaufpause.




Nach einer Stunde erreichen wir unseren höchsten Punkt.




Auch wenn es nicht sehr weit zu gehen war, freuen wir uns über den Gipfelsieg.




Einmalig ist der Ausblick auf die vergletscherte Gipfelwelt.




Unser Nachbar ist der 6088m hohe Huayana Potosi.




Ganz andersartig ist diese Landschaft auf der anderen, tiefer gelegenen Seite von La Paz. Es ist das Valle de la Luna mit seinen Erdpyramiden.




Ein behutsam angelegter Weg führt durch diese Mondlandschaft mit ihren Erosionen.




Bewohner dieser einzigartigen Landschaft sind die schwer zu entdeckenden Chinchillas.




Nur selten haben diese Erdpyramiden hier einen Deckstein, sodass sich mit jedem Regen ihre Form verändert.




Der höchste schiffbare See der Welt ist der Titicacasee in 3800m Höhe mit einer Fläche von 8600 Quadratkilometer. Wir meinen fast am Meer zu sein.




Um nach Copacabana, einem Touristenort auf der bolivianischen Seite des Titicacasees, zu kommen, muss unser Bus auf eine hölzerne Fähre.




Ein indigenes Paar am Personenboot




Copacabana hat einen Strand wie am Meer und wir verweilen hier 2 Tage auf einer Ecolodge.




Schon am ersten Abend zeigen uns See und Sonnenuntergang ein prächtiges Bild.




Tags darauf unternehmen wir eine Bootsfahrt zur Isla del Sol, der bekanntesten Insel des Sees.




Unsere 4 stündige Wanderung führt uns durch einfache Dörfer, vorbei an Terrassenfeldern und kleinen WeideFlächen.




Die Ernte- und Anbaumethoden sind noch sehr traditionell und ohne jeglichen Maschineneinsatz.


Es gibt auch kein einziges Motorfahrzeug auf der Insel, sodass alle Transporte am Rücken der Bewohner oder mit Eseln erfolgen.




Aus dem Bilderbuch: Titicacasee und schneebedeckte Andengipfel.




Donnerstag, 5. Mai 2011

3500 Höhenmeter mit dem Mountainbike

Bevor es jedoch mit dem Rad soweit hinuntergeht, müssen wir hinauf. Von Trinidad auf 200m Seehöhe im Amazonasbecken gelegen, bringt uns ein Propellerflugzeug hinauf nach La Paz. Genau genommen landen wir in El Alto, jener Millionenstadt, in der auf 4050m Seehöhe der höchste Flughafen der Welt liegt.




El Alto liegt im Altoplano, während sich La Paz bis zu 400m tiefer in einem Kessel befindet- geographisch eine traumhafte Lage.


La Paz hat nur eine einzige waagrecht verlaufende Straße und dort stehen die Hochhäuser des modernen La Paz.


Wir wohnen direkt im Zentrum der Stadt in einem hübschen Zimmer mit Murales an der Wand.




Wir sind auch hier verblüfft über das politische Engagement der Bolivianer. Hier blockieren mutige Indigenas die zentrale Hauptstrasse um für ihre Rechte zu kämpfen.




Wir erleben auch hier täglich eine Marcha.




Meist sind es die älteren Frauen, die offensichtlich am meisten benachteiligt sind.




Wir sind fasziniert von der Lage dieser Stadt.




Das Parlament flankiert die Plaza Morillo.




Und die vielen Tauben hat die Plaza mit dem Markusplatz gemeinsam.




Obwohl das Stadtbild von der indigenen Bevölkerung geprägt wird, gibt es doch einige Gässchen, die die Touristen ansprechen sollen.




Will man von La Paz hinaus, muss man immer 400m hinauf. Dafür wiederholt sich der prächtige Blick auf die Stadt. Hier bringt uns ein Kleinbus nach La Cumbre.




Hier auf 4700m Höhe beginnt unsere 63km lange Talfahrt in die Yungas. Wir passieren dabei die unterschiedlichen Vegetationszonen vom Altiplano bis zum subtropischen Nebelwald.




Wie die Indios kauen auch wir einige Cocablätter um die Höhe besser zu ertragen und die Leistungsfähigkeit zu steigern.




Begleitet uns nun auf dieser Mountainbiketour, welche zunächst auf Asphalt, dann aber auf lehmiger Schotterstrasse, durch Nebelschwaden hindurch in die Yungas führt.





























Nach 4 Stunden Rüttelfahrt genießen wir das Mittagessen in Coroico, einem Erholungsort mitten in den Yungas.






Während unsere 8 Mitradler nach La Paz zurückkehren verbringen wir noch 3 Tage auf der Ecolodge Sol y Luna. Die weitläufige, natürliche subtropische Gartenanlage ist eine Augenweide.




















Ein letzter Blick auf Coroico, dann geht es auch für uns per Minibus zurück nach La Paz.