Montag, 11. Oktober 2010

1000 Jahre Ho Chi Minh

Der erste Eindruck von Hanoi: Alle 3,5 Mill. Menschen fahren mit einem Motorroller.


Damit werden auch viele Waren transportiert, selbst eine ganze Wohnzimmereinrichtung.


Vorwiegend Frauen tragen schwere Lasten mit einer Schulterstange. Die Fahrradrikscha wird in Hanoi nur mehr für touristische Zwecke genutzt.



Anders als in Indien sitzt man hier vorne und "genießt" den dichten Verkehr.














Wo steckt die Blumenverkäuferin eigentlich?





Die Küche ist sehr abwechslungsreich. Alle erdenklichen "Viecher", Reis oder Nudeln und natürlich frisches Gemüse kommen dabei auf den Tisch.






Bereits 1070 wurde hier eine Universität im heutigen "Literaturtempel" gegründet. Er bildet mit mehreren Innenhöfen, Tempeln und Teichen eine der kulturhistorischen Hauptsehenswürdigkeiten Hanois.










Einzigartig sind die 82 steinernen Stelen auf die vom 15. - 18. Jhdt. die Namen und Daten der Doktoranden gemeißelt wurden.








Anders ist hier auch die Religion. Konfuzius steht zumeist als angebetete Figur auf den Altären. Die Opfergaben erscheinen uns kurios: Coladosen, Obst, ......







Unser Hotel in Hanoi liegt in der Altstadt nahe dem herrlichen Hoan Kiem Lake.










Vielleicht hat euch die Überschrift schon überrascht. Aber wir kommen gerade zurecht zum 1000-jährigen Jubiläum von Hanoi. Dass dabei Ho Chi Minh im kommunistischen Vietnam eine bedeutende Rolle spielt, versteht sich von selbst. Viele Straßen sind üppig geschmückt und zahlreiche Häuser beflaggt.









Die 10 tägigen Feierlichkeiten finden in einem großen Stadium und die offizielle Staatsfeier hier auf diesem Platz vor dem Ho Chi Minh Mausoleum statt.







Viele Vietnamesen lassen sich mit dem kommunistischen Revolutionär (1890 - 1969) fotografieren. Ho Chi Minh kämpfte viele Jahre für die Unabhängigkeit von Frankreich, rief 1945 die "Demokratische Republik Vietnam " aus und war von 1954 - 1969 erster Präsident von Nordvietnam.









Ganz Hanoi scheint in diesen Tagen auf den Beinen zu sein. Neben den offiziellen Zeremonien finden vielerorts Musik-, Film-, Zirkus- und andere Darbietungen statt. Vor allem die Jugendlichen strahlen dabei Freude und Zufriedenheit aus.





Abends verwandeln sich die Hauptstrassen in ein wahres Lichtermeer.









Die Friedenstauben bedeuten dabei hoffentlich wirklich Friede zwischen kommunistischer und kapitalistischer Welt.















Mittwoch, 6. Oktober 2010

Rätselhafte Dinge

Heute wird zunächst wenig verraten. 3 Besonderheiten entdecken wir in Phonsavan, einer Kleinstadt im Nordosten von Laos, zu der wir in einer 8-stündigen Busfahrt über Bergkämme hinweg gekommen sind. Ihr dürft nun raten, was die folgenden 3 Bilder darstellen.
Bild 1

Bild 2
Bild 3

Erraten? Die Auflösungen findest du weiter unten.










Bild 1 sind die Kokons von Seidenraupen.
Beim Besuch einer Seidenraupenfarm können wir die Stadien der Seidenproduktion verfolgen. Hier werden die Seidenraupen über ein Monat täglich mit Blättern des Maulbeerbaumes gefüttert.



In gitterförmigen Holzrastern spinnen sie sich dann innerhalb eines Tages ein. Dieses Puppenstadium zeigt das obere Rätselbild.





Bevor daraus innerhalb einer Woche eine Motte schlüpft, werden die Kokons gekocht und daraus durch Frauenhand der Seidenfaden gedreht. 100 Kokons für einen Faden von ca. 250 m Länge.






Unsere Farm produziert alles auf organischem Weg und erzeugt daher auch die Farben aus Blüten, Blättern, Früchte und Wurzeln.







Eine grüne Färbepflanze ergibt mit kaltem Wasser INDIGO, mit kochendem Wasser MAGENTA. Tagetis färben GELB, und eine stachelige Frucht ergibt ROT.








Wir besuchen auch die Weberei, in der Frauen auf 20 Webstühlen kunstvolle Muster gestalten.









Ich erstehe einen blauen Seidenschal und habe sichtlich Freude damit.










Bild Nummer 2 zeigt eine aufgeschnittene kleine Bombe, wie sie in Phonsavan an vielen Orten als mahnende Dekoration verwendet werden. Hier liegen größere Exemplare vor dem Tourismusbüro.







Sie erinnern an den grauenvollen Krieg 1964- 1973 mit dem Laos auf geheime Weise in den Vietnamkrieg hineingezogen worden war. Im Süden wurde von den Amerikanern der Ho Chi Minh - Pfad, im Norden die Verstecke der Patet Lao bombardiert.










Heute noch liegen noch massenhaft UXOs (Unexploded Ordnance) in Nordlaos und werden in mühsamer Kleinarbeit von der MAG (Mines Advisery Group) geortet und geborgen. So werden entminte Pfade mit diesen rotweißen Zeichen markiert.










Auch zahlreiche Bombenkrater zeugen von dieser grausamen Zeit.













Zeitgeschichte und Prähistorie liegen hier eng beisammen. Bild 3 zeigt einige der Steinkrüge, mit denen das Minengebiet ebenso uebersät ist. Doch die Steinkrüge stammen wahrscheinlich aus der Zeit zwischen 500BC und 500AD.












Die Ebene der Steinkrüge ist eine riesige Fläche, wovon wir jedoch nur Site 1 mit 300 Krügen besichtigen. Der größte misst 3 x 2,5m. Die Forschung darüber ist sehr dürftig, doch wahrscheinlich handelt es sich um Urnengräber einer frühen Megalithkultur.


































Sonntag, 3. Oktober 2010

Vom Morgenbad zum Bettelgang



Nicht dass ihr jetzt glaubt, es kommen Bilder von unserer Morgentoilette oder wir sind nach 2 Monaten Reise schon pleite und müssen betteln gehen. Nichts von dem, sondern es geht um Dickhäuter und um Mönche. Sehr liebevoll schrubbt der Mohout den Elefanten nachdem dieser im Naturbecken untergetaucht ist.



Tatsächlich taucht da ein indischer Elefant mit seinem Wärter aus dem Wasser auf.



Zum Frühstück gibt es dann raufasrige Blätter einer Staude. Später müssen die Elefanten zum "Riding" für die Touristen herhalten.




Dieses Elefantenbad konnten wir nach einer morgendlichen Radfahrt über 20 km zum Naturwunder des Tad Se Wasserfalles miterleben. Noch mehr wie von den Elefanten sind wir von diesen Sinter überzogenen Kaskaden in mitten eines Waldes begeistert.





Auf einer Länge von mehreren hundert Metern hat das kalkhältige warme Wasser diese wunderschönen Terrassen entstehen lassen.






Der frische Sinter lässt Bach und Becken smaragdgrün erscheinen.








Die Becken eignen sich vorzüglich zum Baden und Herumklettern.



















Im hinteren Teil des Sinterbaches durchstreifen wir einen richtigen Urwald, der auch solche Baumriesen mit gigantischen Brettwurzeln aufweist.









Luang Prabang hatte in Laos aber auch große politische und religiöse Bedeutung. Im Mittelalter war es 200 Jahre lang Hauptstadt und während der Kolonialzeit ließen die Franzosen die Könige gewähren und bauten ihnen diesen bescheidenen Palast.




Nur der letzte König Savang Vathana hatte keine Unterstützung mehr, er "verschwand" 1975 bei der Machtübernahme durch die Pathet Lao. Aber immerhin können wir im königlichen Theater eine Ballettaufführung erleben.



Die religiöse Bedeutung spiegelt sich in den zahlreichen Klöstern wider, wie in diesem Vat, welches eine der Gründe war, warum Luang Prabang 1995 zum Weltkulturerbe erklärt worden ist.







An der Rückseite des Tempels befinden sich beeindruckende Glasmosaiken, die den Baum der Erleuchtung darstellen.













Natürlich darf bei Glasmosaiken in Hinterindien der Elefant nicht fehlen.











Junge Mönche sind dabei eine Kapelle der Tempelanlage zu restaurieren.















Doch Mönche müssen auch früh aufstehen. Noch bei Dunkelheit beginnen sie ihren Bettelgang.










In Hundertschaften ziehen sie täglich frühmorgens durch die Straßen und erhalten von Einheimischen und Touristen - Reis. Die jungen Mönche - nach dem Alter aufgereiht - sammeln ihn in umgehängten Töpfen. In den Klöstern wird der Reis dann von den Altmönchen aufgeteilt.











Auch wir kaufen uns ein Körberl gekochten Reis für 10 000 Kip und verteilen ihn großzügig.















Burschen sind oftmals nur in ihrer Jugendzeit im Kloster und können jederzeit wieder austreten. In "königlichen" Zeiten war dies häufig die einzige Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Und Mädchen? Sie waren in dieser Zeit von der Bildung nahezu ausgeschlossen.


















Freitag, 1. Oktober 2010

Vom Mekong zum utopischen Restaurant

Schon in unserem Guesthouse am thailändischen Ufer des Mekong buchen wir eine 2-tägige Bootsfahrt mit dem Slowboat am 3. längsten Fluss Asiens nach Luang Prabang. 35 $ kostet uns jedoch vorher noch das Visum für den "modern-kommunistischen Staat" Laos. Genießt mit uns die gemächliche Bootsfahrt am Mekong im Oberlauf.
Dschungelufer, winzige Dörfer, Stromschnellen und Felsen im Fluss und Fähren, die sogar Elefanten verschiffen.
Nach dieser Fahrt durch die Wildnis überrascht uns Luang Prabang bereits am 1. Abend mit dem Restaurant "Utopia". Das abschließende Minivideo haben wir vom Bug des Schiffes aus aufgenommen.